Französische Kunst setzt Glanzlichter im Berliner Sommer
So wie Paris nach Walter Benjamin die Hauptstadt des 19. Jahrhunderts war, so war Frankreich das Zentrum der aktuellen Kunstentwicklung jener Zeit. Die ganze Vielfalt der französischen Kunst vom Empire bis zur Belle Époque, vom Klassizismus bis zum Impressionismus und von der Romantik bis zu frühen Formen der Moderne im beginnenden 20. Jahrhundert steht nun bis zum 7. Oktober 2007 in der Neuen Nationalgalerie vor Augen.
Rund 150 der „schönsten Franzosen aus New York“ sind von der Neuen in die Alte Welt gewandert und zeugen vom Reichtum des Metropolitan Museum of Art, dessen Sammlung französischer Kunst des 19. Jahrhunderts neben der des Pariser Musée d’Orsay die größte und bedeutendste weltweit ist. Vier Monate lang bieten die Bilder den Ausstellungsbesuchern einen Augenschmaus, der seinesgleichen lange wird suchen müssen. Das ganze Jahrhundert ist in der grandiosen Schau ausgebreitet, die Kunst des offiziellen Geschmacks ebenso wie diejenige, die Grenzen der Konvention – seien es die malerischen oder die moralischen – überschreiten, die Kunst des Salons und die der dort Zurückgewiesenen. Das Metropolitan Museum will mit diesen Leihgaben Berlin – und nur hier ist die Ausstellung zu sehen, bevor die Bilder ab Dezember wieder in New York zu betrachten sein werden – eine Reverenz erweisen, Berlin, dessen Nationalgalerie gut zwanzig Jahre nach ihrer Eröffnung als erstes Museum der Welt französische Impressionisten erwarb, 1896 z.B. Manets "Im Wintergarten". In der Alten Nationalgalerie hängt dieses Werk bis heute, derzeit, und gleichfalls bis zum 7. Oktober 2007, in der Ausstellung „Frankreich in der Alten Nationalgalerie“. Gewissermaßen als Ouvertüre zu den „schönsten Franzosen“ ist hier fast vollständig der Bestand der Nationalgalerie an Werken französischer Kunst des 19. Jahrhunderts zu sehen. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Impressionismus – was die wunderbare Möglichkeit eröffnet, sich an Ort und Stelle auch dem Berliner Impressionismus und Werken der Secession um 1900 zuzuwenden und die Alte Nationalgalerie abermals als (Kunst-) Geschichtsbuch zu erleben.
Gerhard Riecke
Französische Meisterwerke des 19. Jahrhunderts aus dem Metropolitan Museum of Art New York zu Gast in Berlin. 1. Juni bis 7. Oktober 2007 in der Neuen Nationalgalerie
Ausführlicher Beitrag in Heft
2/2007
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